Die Natur in Horst

 

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© Carl-Albrecht von Treuenfels

 

Die Gemeinde Horst kann mit einer schönen Naturausstattung aufwarten. Geprägt von der letzten Eiszeit, liegt sie weitläufig zwischen mehreren Seen, der Hagenower Sandplatte und ausgedehnten Wäldern in Privat-, Kommunal- und Kreisbesitz. Da die Gemeinde bis 1937 als Enklave in Schleswig-Holstein zum damaligen Mecklenburg gehörte, galt auf ihrem Gebiet (bestehend aus dem Hauptgut Alt Horst und dem Nebengut/Vorwerk Neu Horst) nicht die Knickverordnung, die in Schleswig-Holstein für eine reich gegliederte Heckenlandschaft gesorgt hatte. Das war - aus heutiger ökologischer Sicht - für Horst zweifellos ein Nachteil. Doch statt der Wallhecken gab es auf allen Feldern viele Einzelbäume, zum überwiegenden Teil recht alte Eichen und von Dornbüschen und/oder Schilf gesäumte ehemalige Mergelkuhlen/Sölle. Die verschiedenen Wege waren ebenfalls von Bäumen gesäumt, die von den früheren Gutsbesitzern gepflanzt worden waren und zum Teil - wie etwa die Kastanienallee zwischen Alt und Neu Horst - heute noch einen prächtigen Anblick bieten. Auf etlichen Feldern stehen bis in die Gegenwart einzelne Eichen, manche von ihnen bereits in ihrer letzten Lebensphase. Nach der Aufsiedelung des Nebengutes Neu Horst zwischen 1948 und 1952, die einer Flurbereinigung glich, und danach verschwanden auf dessen Gebiet viele Kuhlen und Einzelbäume.

 

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© Wilhelm Körner

 

Die Wälder in Horst bieten Rot-, Reh- und Schwarzwild regelmäßige Einstände - sie bestehen zum größeren Teil aus Laubbäumen wie Buche und Eiche, aber auch Fichte und Kiefer sind vorhanden. Zwar ist die Rinderhaltung stark zurückgegangen , doch gibt es - besonders in Neu Horst - bis heute einige größere Grünlandbereiche, die sowohl für vierbeinige als auch für gefiederte Wildtiere, Amphibien, Lurche und Insekten interessante Lebensräume darstellen. Die "Umweltstiftung WWF Deutschland (World Wide Fund for Nature)" unterstützt von der in Neu Horst seit 2008 ansässigen gemeinnützigen "Stiftung Feuchtgebiete" und die "Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein" haben auf mehr als 50 Hektar Moor- und Grünlandfläche naturnahe Lebensräume mit einer größeren Anzahl von Teichen und Kuhlen angelegt. In den so geschaffenen und erhaltenen Feuchtgebieten und in den angrenzenden Wäldern brüten im Frühjahr mehrere Kranichpaare. Eine besondere naturräumliche Kostbarkeit ist das an die Nachbargemeinden Brunsmark und Lehmrade angrenzende Naturschutzgebiet Oldenburger See. Hier versammeln sich in den Herbstwochen (September und Oktober, in manchen Jahren auch bis Mitte November) abends bis zu eintausend Kraniche zur Nachtruhe im flachen Wasser. Ihren eindrucksvollen Anflug kann man zu Beginn der Abenddämmerung sehr gut vom Oldenburger Wall an der Straße zwischen Neu Horst und Lehmrade beobachten. Das Naturschutzgebiet selbst ist nicht einsehbar, da mit einem Betretungsverbot belegt.

 

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© Carl-Albrecht von Treuenfels

 

Doch nicht nur die großen Vögel, zu denen auch viele Graugänse (und im Winter zeitweise Bläss- und Saatgänse) zählen, finden in Horst Nahrung und Quartier. Auf Neu Horster Gebiet ist mit Hilfe der Naturschutzbehörde des Kreises 2009 eine rund 1000 Meter lange Wallhecke entstanden, eine halb so lange wurde bereits 20 Jahre zuvor angelegt. Hier siedeln sich zunehmend verschiedene Singvogelarten an. Auf den vom Pantener Lämmerhof in Neu Horst gepachteten und ökologisch bewirtschafteten Feldern erklingen in den letzten Jahren wieder regelmäßig im Frühling und Sommer die Rufe von Rebhuhn und Wachtel. Diese zaghafte Rückkehr mancher verloren gegangener (ausgerotteter) Naturschätze soll erst der Anfang und für manchen Landwirt eine Anregung sein, der Natur wieder mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu geben.

Carl-Albrecht von Treuenfels

 

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