Slawischer Ringwall

Oldenburger Wall bei Horst

Um 700 n. Chr. wanderten slawische Stämme in das weitgehend entvölkerte östliche Holstein ein. Auf dem Gebiet des heutigen Kreises Herzogtum Lauenburg siedelten sich die Polaben an, ein Unterstamm der westslawischen Abodriten. Zur Sicherung des in Besitz genommenen Landes errichteten sie mehrere Burgwälle.

 

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Der ringförmige Oldenburger Wall liegt auf einer von Niederungen umgebenen natürlichen Geländekuppe. Sein Innendurchmesser beträgt 60 m, die Außenhöhe des Walles misst 7 m, die Innenhöhe 3 m. Der Durchstich an der Ostseite ist neuzeitlich, ebenso die schräge Rampe an der Südwestseite und eine Abgrabung auf der Südseite. Das alte Tor lag möglicherweise im Bereich einer Senke im südwestlichen Wallbereich.

1911 und 1949 wurde der Oldenburger Wall archäologisch untersucht. Es fanden sich zwei Kulturschichten, die durch eine Brandschicht getrennt waren. In zwei Abfallgruben lagen Knochen von Rind, Schwein und Ziege sowie Scherben slawischer Tongefäße des 8. bis frühen 9. Jahrhunderts.

 

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 Slawische Tonscherben vom Oldenburger Wall. 

 

Das Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel führte geomagnetische Messungen durch. Hierbei stellte sich heraus, dass im Innenbereich der Burg keine Gebäude gestanden haben. Zwischen dem Oldenburger Wall und dem westlich gelegenen Oldenburger See lag eine unbefestigte slawische Siedlung, die mit der Burg gleichzeitig bestanden hat. In Kriegszeiten konnten ihre Bewohner  Zuflucht innerhalb des Ringwalles suchen.

Quellen:

Regionalatlas Kreis Herzogtum Lauenburg (Mölln 1989) 
Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein. K. Kersten
Kreis Herzogtum Lauenburg (Neumünster 1951) 

 

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